Architekten- und Ingenieurrecht

Im Bereich der Planung und Objektüberwachung sowie bei der Abrechnung gibt es viel Beratungsbedarf

Was beinhaltet das Architektenrecht?

Mit dem Begriff des "Architektenrechts" wird der gesamte Bereich des Planungsrechts um­­rissen. Hierzu zählt also nicht nur das Recht der Architekten, sondern auch das der

  • Innenarchitekten,
  • Landschaftsarchitekten,
  • Stadtplaner,
  • Tragwerksplaner,
  • Bauingenieure,
  • beratenden Ingenieure,
  • Bauphysiker,
  • Vermessungsingenieure,
  • Baugrundgutachter
  • und aller sonstigen Fachplaner, deren Einsatz es im Rahmen eines Bauvorhabens bedarf.

Für alle genannten Planer besteht regelmäßig Beratungsbedarf bereits bei Verhandlung und Abschluss des Vertrages, insbesondere des Architektenvertrages, angesichts der Tendenz zahl­reicher Bauherren, die HOAI nach unten unterschreiten zu wollen. Andererseits sind oft auch die Belange des Bauherren gegenüber unberechtigten Nachforderungen von Planern zu wah­ren.

Beratungsbedarf kann sowohl für den Bauherrn als auch für den Architekten und sonstigen Planer im Verlaufe eines Bauvorhabens entstehen im Zusammenhang mit

  • Änderungen des Bauentwurfs infolge geänderter Bauherrenwünsche oder bei geänderten Baubedingungen, etwa infolge von Überraschungen im Baugrund,
  • bei anfänglichen und nachträglichen Vorgaben der Genehmigungsbehörde,
  • bei Störungen im Bauablauf,
  • bei Nachtragsverhandlungen mit Bauunternehmen,
  • im Zusammenhang mit Bauabnahmen und Schlussrechnungen von Baubeteiligten,
  • im Zusammenhang mit der Schlussrechnung der Architekten und Planer.

Nach Abschluss der Baumaßnahme gibt es häufig Diskussionsbedarf über Gewährleistungs­ansprüche auch gegenüber Architekten und Planern, und über die Abwehr solcher Ansprüche, soweit sie unberech­tigt sind.

Gegenüber Haftpflichtversicherern ist regelmäßig der Sachverhalt zu erläutern, um diesen sinnvolle Risikorückstellungen zu ermöglichen.

Aus dem Bereich der Objektüberwachung bzw. Bauüberwachung heraus haften Architekten und sonstige Planer häufig als sog. Gesamtschuldner mit anderen Baubeteiligten. Hier gilt es, einen gerechten Interessenausgleich vorzunehmen, um zu praktikablen Haftungsquoten zu gelangen.

Schließlich stellt das Berufsrecht der Architekten und Planer einen Spezialbereich dar, bei dem anwaltliche Unterstützung erforderlich werden kann. Die Zulassung zum Architekten­beruf wird durch die Architektengesetze der Länder geregelt. Gleiches gilt für einen Großteil der Ingenieure. Die Freiberufler müssen in diesem Zusammenhang die jeweilige Berufsord­nung einhalten, um sich nicht vor dem Berufsgericht verantworten zu müssen. Schließlich ist der Wettbewerb unter Planern und Architekten nicht grenzenlos, sondern nur eingeschränkt möglich. Auch hier gilt es Grenzen auszuloten und deren Einhaltung einzufordern.

Da gute Architektur etwas mit Kunst zu tun hat, gibt es im Bereich der Architektur häufig Wettbewerbe, die ebenfalls Regelungen unterliegen, deren Einhaltung es häufig zu überprüfen gilt.